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Der Schlanke joggt, der Dicke frühstückt bis 10 Uhr Drucken E-Mail

(d/m) 26.05.2009 - Am 19. Mai 2009 veröffentlichte die Tagesschau auf ihrer Internet-Seite ein Interview mit Günter Neubauer, dem Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG).

In diesem Interview stimmte Günter Neubauer das Publikum auf eine so genannte Prioritätenliste ein, wonach Gesundheitsausgaben zukünftig nach Dringlichkeit vorgenommen werden sollen.

Äußerungen wie ...

"Der Beitragszahler, der jeden Morgen aufsteht und joggt, um sein Gewicht zu halten, wird es als äußerst ungerecht empfinden, dass neben ihm jemand erst um 8 Uhr aufsteht, bis 10 Uhr futtert, Übergewicht hat und dann eine Hüfte braucht, für die er mitzahlen muss."

... haben uns veranlasst, Günter Neubauer anzuschreiben:

Herrn
Prof. Dr. Günter Neubauer
Institut für Gesundheitsökonomik München GbR
Nixenweg 2b
81739 München

26. Mai 2009

Übergewichtige stärker zur Kasse bitten

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Neubauer,

wieder einmal wird durch Ihr Tagesschau-Interview der dicke Mensch an sich in der Öffentlichkeit diffamiert. Aussagen, wie die von Ihnen getätigte

"Ein übergewichtiger Mensch sollte seine Hüfte erst erhalten, wenn er auf Normalgewicht kommt, weil dann diese Hüfte länger hält und er sich in dieser Form indirekt beteiligt. Zugleich ist dies eine Warnung an andere Übergewichtige, nicht erst alles in sich hineinzufuttern und die negativen Folgen von anderen finanzieren zu lassen."

treten lediglich offene Türen bei all den Medienverbrauchern ein, die ungefiltert jede Schlagzeile der Yellow-Press als Tatsache annehmen. Sie behaupten damit pauschal, dass alle Übergewichtigen faule und verfressene Schmarotzer sind, die ihrem Hedonismus auf Kosten der Allgemeinheit frönen. Von einem Mann Ihres Bildungsstandes hätte ich mehr erwartet, als unwahre Tatsachenbehauptungen von Unkundigen nachzusprechen.

Grundsätzlich hat niemand das Recht, irgendeinem Menschen eine angemessene Behandlung seiner Erkrankung durch Erpressung und unter Androhung einer Kostenbeteiligung zukommen zu lassen, erst recht nicht, wenn dicken Menschen nach wie vor Therapien zur Heilung oder Linderung ihrer Erkrankung versagt werden. Statt die wahren Gründe für Übergewicht herauszufinden, werden Dicke ständig auf ihr Gewicht reduziert. Statt einer echten Diagnose wird lediglich "Adipositas" diagnostiziert und nicht selten wird einem Menschen, der überhaupt erst aufgrund einer zugrundeliegenden Erkrankung dick geworden ist, eine Therapie versagt, bis er nicht eine bestimmte Menge an Gewicht verloren hat. Genauso sinnvoll wäre es, kleine Menschen mit der Diagnose "Kleinwuchs" zu entlassen und weitere Behandlungen zu unterlassen, bis sie auf ein Mindestmaß gewachsen sind.

Wann hört man endlich auf, Dicke als Kollateralschaden der Gesellschaft zu betrachten?

Dicke Grüße
Lydia Kollien
Mitgründerin "Das dicke Forum"

Das hier kristisierte Interview auf der Seite der Tagesschau

... über dieses Thema im Dicken Forum diskutieren ...

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