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Der Dickenhammer
Dicke Kohle mit falschen Versprechungen
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(s/m) 04.04.2009 - Am 19. März 2009 gab das so genannte Deutsche Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V. eine Pressemitteilung mit dem Titel "Dicke Kohle mit falschen Versprechungen: Magenverkleinerung - Dicke brauchen eine gesunde Lebensführung und keine Operationen" heraus, die postwendend von sehr vielen Presseportalen aufgegriffen wurde. In dieser Pressemitteilung wird der inflationäre Einsatz der Adipositaschirurgie angeprangert, was ja eigentlich in unserem Sinne ist. Gleichzeitig strotzt sie aber auch vor Inkompetenz, was sie sehr unglaubwürdig macht, und schlussendlich greift sie dicke Menschen pauschal an. Wir haben uns daher entschlossen, dem Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V. mitzuteilen, was wir von dieser Pressemitteilung halten. In Kopie ging der Brief an Udo Pollmer, Dr. Gunter Frank und Dr. Manfred Lütz. Deutsches Kompetenzzentrum 3. April 2009 Pressemitteilung des DKGD vom 19. März 2009 Der dicke Mensch / Das dicke Forum ist ein privates, unabhängiges, subjektives und nonkonformistisches Internet-Projekt engagierter dicker Menschen. Wir setzen uns für die (Selbst-)Akzeptanz und ein selbstbestimmtes Leben dicker Menschen ein und stehen der Adipositaschirurgie kritisch gegenüber. Wir sind also hinsichtlich der in der o.g. Pressemitteilung geäußerten Kritik am inflationären Einsatz der Adipositaschirurgie zu 100% bei Ihnen und freuen uns, dass außer uns auch einmal jemand anderes diesen Standpunkt vertritt. Allerdings sind wir zu unserem kritischen Standpunkt gegenüber der Adipositaschirurgie gelangt, indem wir intensiv recherchiert haben. Eine solche Recherche lässt Ihre Pressemitteilung leider komplett vermissen, denn Magenverkleinerung und Magenbänder werden fröhlich durcheinander geworfen. Das macht Ihre Argumente unglaubwürdig und angreifbar und wird den Adipositaschirurgen letztlich eine Plattform bieten, auf der sie ihre Methoden mal wieder so richtig schön bewerben können. Sie haben also im Ergebnis mit Ihrer dilettantischen Pressemitteilung den Gegnern der Adipositaschirurgie einen Bärendienst erwiesen. Auch stimmen wir mit Ihnen überein, dass die Adipositaschirurgie mithilfe einer ausgefeilten Marketingmaschinerie vermarktet wird. Wie Sie empfinden wir das als kritikwürdig. Allerdings halten wir Sie in dieser Frage für Steinewerfer im Glashaus. Wenn man Ihre Internetseite genau studiert, kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem Verein Deutsches Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V. um nichts weniger als ein Marketinginstrument für Diäten und Diätprodukte handelt, was Sie ein weiteres Mal unglaubwürdig macht, da Sie anderen vorwerfen, was Sie selbst betreiben. Ihren traurigen Höhepunkt findet Ihre Pressemitteilung allerdings in diesen Zeilen:
Zunächst wundern wir uns, wie sich diese herabwürdigenden Sätze mit Ihrer folgenden Antwort auf die Frage vertragen, was Sie, Frau Carlitscheck, nicht mögen (gefunden auf der Internet-Seite des DKGD): Zwänge und Vorurteile, die mich fremdbestimmen und daher einengen und von eigenen Ideen und Wünschen abhalten. Wir wissen nicht, was Ihr Bild von dicken Menschen geprägt hat, aber der Hass und die Menschenverachtung, die aus den oben zitierten Zeilen springen, sind unübersehbar und erfahrungsgemäß eher bei einfacher strukturierten Menschen zu vermuten. Dass Menschen, die augenscheinlich über Bildung und Erziehung verfügen, sich auf dieses argumentationsfreie Niveau herab lassen, schockiert. Man kann nur jedem dicken Menschen wünschen, dass er niemals Ihr Klient wird. Aus eigener Erfahrung und 12 Jahren Selbsthilfe, in denen wir Hunderte dicker Schicksale kennen gelernt haben, wissen wir, dass es so platt, wie Sie es in Ihrer Pressemitteilung darstellen, nicht ist. Adipositas ist das Symptom vieler verschiedener physischer und/oder psychischer Grunderkrankungen und jeder dicke Mensch ist ein Individuum mit einer eigenen Ursachenkonstellation. Anstatt pauschal alle Dicken in die Schuldecke zu drängen, sollten Sie sich dafür einsetzen, dass genau diese pauschale Behandlung dicker Menschen endlich zu Gunsten einer individuellen Behandlung ein Ende findet. Theoretisch ist es richtig, dass eine Lebensumstellung hilfreich ist. Aber nicht jeder Mensch lebt in einem gesellschaftlichen Kontext, der es ihm erlaubt, eine solche Lebensumstellung von heute auf morgen umzusetzen. Hinzu kommt, dass die schwammige Behauptung, jeder Mensch könne schlank sein, wenn er nur "vernünftig" handelt, ja dem Mainstream-Denken unserer Gesellschaft entspricht. Sie sollten sich vielleicht einmal Gedanken darüber machen, welchen Stress solche Aussagen bei den Betroffenen auslösen und welchen Anteil sie selbst möglicherweise infolgedessen an dem Phänomen Übergewicht haben. Es ist an der Zeit, eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über das Zusammenspiel unserer allgemeinen Lebensumstände als eine der Hauptursachen von Stress, der bei der Entstehung von Übergewicht unbestritten eine Rolle spielt, zu führen. Allerdings ist es diese wichtige Diskussion wert, mit An- und Verstand geführt zu werden anstatt mit anmaßenden, herabwürdigenden Pressemitteilungen. Im Namen der acht Initiatoren von Der dicke Mensch / Das dicke Forum, Die hier kristisierte Pressemitteilung des DKGD ... über dieses Thema im Dicken Forum diskutieren ... Die Inhalte von Websites, auf die wir verlinken, werden von uns nicht geprüft und unterliegen der Haftung des jeweiligen Anbieters. Sollten wir auf Seiten verweisen, deren Inhalt Anlass zur Beanstandung gibt, bitten wir um eine entsprechende Mitteilung. – Vielen Dank! |


