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Adipositas - eine Ursache, eine Therapie? Drucken E-Mail

(r/s) 26.03.09 - Würden alle Dicken ganz wenig essen und sich ganz viel bewegen, gäbe es im Handumdrehen keine Dicken mehr.

Dicker Mann beim Nordic WalkingDas möchte man uns Tag für Tag aufs Neue weismachen.

Die Wahrheit ist ein wenig komplexer.

Tatsächlich kennt die Wissenschaft bisher keine evidenzbasierten Methoden zum Abnehmen.

Menschen werden aus 100 verschiedenen Gründen dick – und sie brauchen 100 verschiedene Therapien.

Relativ "einfach" ist die Behandlung bei schon lange bekannten Grunderkrankungen wie Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse), wobei man sich leider damit abfinden muss, dass man das Rad (= die Gewichtszunahme) nur stoppen, aber nicht zurückdrehen kann.

Ebenso in die Kategorie "'einfach' zu behandeln" gehören die Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Konsequenter Verzicht hilft hier weiter – wobei das allerdings im Einzelfall dann doch ein ziemlich schwieriges Unterfangen sein kann, wenn z.B. mehrere Grundnahrungsmittel betroffen sind.

Nur vordergründig "einfach" zu therapieren sind Essstörungen wie Binge Eating oder andere psychische Ursachen wie Depression oder Stress. Bei Essstörungen und Depression kann eine Psychotherapie helfen, Stress sollte möglichst vermieden werden. Das aber ist, wie gesagt, für viele Patient(inn)en nur vordergründig einfach.

Was das Ganze kompliziert macht: Bei so gut wie keinem dicken Menschen gibt es nur eine einzige Ursache dafür, dass er dick geworden ist. Meist findet sich bei näherem Hinschauen ein schönes Konglomerat aus genetischer Disposition, einem oder mehreren endokrinologischen Problemen, garniert mit einem durch ungezählte Diäten und Ernährungslehren und –beratungen völlig gestörten Essverhalten und einem Körper, der schneller auf Hungersnot-Sparmodus umschaltet, als man das Wort "Reduktionsdiät" aussprechen kann.

Fazit: Man kann sein eigenes Ursachenbündel aufschnüren (die Suche nach Ärzten, die hier Unterstützung bieten, kann allerdings zu einem Problem werden) und die Grunderkrankung(en) medizinisch und therapeutisch behandeln. Damit einhergehend kann man gesunde, frische Nahrung in ausreichender Menge zu sich nehmen (und nein, 1000 Kalorien am Tag sind nicht ausreichend!), jede Möglichkeit für Bewegung im Alltag nutzen und sich täglich dreißig Minuten lang körperlich auspowern.

Einige wenige Glückliche werden auf diese Weise auch leichter werden (und vor allem bleiben), gesünder leben sie damit aber auch dann, wenn sie dick bleiben (von möglichen Problemen mit dem Bewegungsapparat einmal abgesehen).

Wer "mehr" möchte, dem bleibt nur der Weg zu den Damen und Herren Chirurgen. Wobei, was die operativen Maßnahmen betrifft, noch einige Jahrzehnte ins Land gehen werden, bis man wirklich weiß, ob man damit nicht den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben hat.

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Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.
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