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Dicke Düsseldorf

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Dicke Freunde machen dick Drucken E-Mail

(d) 28.10.2007 - Wieder einmal zerbrechen sich Forscher den Kopf darüber, was ein Auslöser für Übergewicht sein könnte. Tatsächliche Ursachen werden als "Ausreden" abgetan und plötzlich hatte man die Antwort:

Dicke Freunde machen dick. Es scheint ein übler Kreislauf zu sein, der in der Frage mündet: Was war zuerst da - das Huhn oder das Ei?, ersatzweise: was war zuerst da - der Dicke oder seine dicken Freunde?

Immerhin zwei Jahre haben amerikanische Forscher Studien betrieben, um zu diesem überraschenden Ergebnis zu kommen. Dabei stellten sie fest, dass die Wahrscheinlichkeit, neben einem dicken Geschwisterteil ebenfalls übergewichtig zu werden bei 40% liegt und immerhin noch bei 37%, wenn der Partner dick ist, aber bei unfassbaren 57%, wenn enge Freunde dick sind. Demnach, so schlussfolgert man, sind gleiche Ernährungsgewohnheiten nicht die Hauptursache, sich dem "Risiko Übergewicht" auszusetzen. Gesundheitswissenschaftler Nicolas Christakis geht davon aus, dass im Umfeld von gleichgeschlechtlichen Freunden/Geschwistern die Wahrnehmung in Bezug auf Körperumfang verändert wird und man es als "in Ordnung" ansieht, übergewichtig zu sein. Seine Formulierung legt die Assoziation nahe, als handele es sich bei Übergewicht oder dem Nichtverhindern desselben um einen Straftatbestand, der als Kavaliersdelikt abgetan werde.

Allerdings, so schließt der Artikel, sei nicht nur Übergewicht, sondern auch Schlanksein sozial übertragbar.

Nun bekommt man mit solchen Studien aber ein Problem. In aller Regel befinden sich die meisten in einem gemischten Umfeld. Woher kommt es also, dass die einen schlank sind und die anderen nicht? Warum weigern sich renitente Dicke, sich dem Schlanksein ihrer Umgebung anzupassen? Ist es nicht vielleicht doch möglich, dass die angeblichen Ausreden für Übergewicht tatsächlich Ursachen sind, denen man deshalb nicht auf den Grund geht, weil es zu einfach wäre, einen dicken Menschen nicht persönlich für sein Aussehen verantwortlich machen zu können?

Was wird das Ergebnis einer solchen Studie und deren Veröffentlichung sein? Zunächst wird Dicken weiterhin das Stigma anhaften, dass sie ihre tatsächlichen, vielfältigen Ursachen für Übergewicht lediglich als Ausrede für Trägheit missbrauchen, an ihrem Zustand nichts ändern zu wollen. Des Weiteren, und das wiegt ungleich schwerer, könnte es Dicken in unserer Gesellschaft durch eine solche Veröffentlichung unnötig erschwert werden, neue Bekanntschaften zu knüpfen, da Schlanke - durch solche Artikel aufgehetzt - sich möglicherweise nicht mit der "Volksseuche Übergewicht" anstecken wollen.

Der hier diskutierte Artikel in der Süddeutschen

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