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Die Deutschen sind die dicksten Bürger der EU. In schöner Regelmäßigkeit schlagen es uns Politik und Medien um die Ohren: Wir essen zu viel und zu fett, und wir bewegen uns zu wenig. 60 Prozent der deutschen Frauen und gar 75 Prozent der deutschen Männer seien zu dick, so heißt es da. Und das in einer Gesellschaft, die vorzugsweise Frauen mit Kleidergröße 34 bis 36 und schlank-athletischen Männern mit Waschbrettbauch Schönheit attestiert. Was das bedeutet, erfahren dicke Menschen jeden Tag - im Beruf oder im Privatleben, im Schwimmbad oder beim Tanzen, im Kino oder im Flugzeug, beim Sport, im Restaurant oder beim Kleiderkauf. Sie werden angestarrt und angepöbelt, sie werden verlacht und beleidigt. Dicke sind in unserer Gesellschaft zum verbalen Abschuss freigegeben. Wer über sie Witze macht oder sie lächerlich macht, kann sich der Zustimmung des geneigten Publikums sicher sein. Bei Dicken hört die vielbeschworene Political Correctness auf. Prominente setzen sich in Talkshows und behaupten, „fürs Dicksein gibt es keine Entschuldigung“. Applaus. Entsprechend sieht das Leben dicker Menschen heute aus. Gleichzeitig werden immer wieder Rufe laut nach gemeinsamen Anstrengungen gegen die „Epidemie Übergewicht“ – gemeinsamen Anstrengungen von Politik, Wissenschaft, Sport- und Elternverbänden, Krankenkassen, Gewerkschaften und Ernährungswirtschaft. Mit den Betroffenen aber will niemand sprechen. Von ihnen meint man bereits zu wissen, dass sie ohnehin uninformiert und willensschwach sind. Gegen dieses gesellschaftliche Klima versuchen wir mit Aufklärung, Selbstakzeptanz und Ermutigung ein Gegengewicht zu bilden, dicken Menschen ein Forum zu bieten und ihnen eine Stimme zu geben. Das kostet viel Kraft. Aber je mehr wir werden, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Stimme gehört wird. An dieser Stelle werden wir Artikel zum Thema "Dicke in der Gesellschaft" sammeln. |